Sind regionale oder bio Lebensmittel für unsere CO2 Bilanz besser?

Im Zuge des Weltumwelttages, haben wir uns gefragt, was für unsere CO2 Bilanz am besten ist: Bio oder regional? Unser erster Gedanke war, dass sich der Konsum von regionalen Lebensmitteln stärker auf die Reduktion unseres CO2 Ausstoßes auswirkt als das Kaufen von Bio-Produkten, die bis zu unseren Geschäften unter Umständen einen weiten Weg zurückgelegt haben. Ist das wirklich so? Grundsätzlich wird in Deutschland etwa 8,2 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche für ökologischen Landbau verwendet. Durch den steigenden Bedarf an Bio-Produkten kann der Bedarf nicht durch die heimischen Produkte gedeckt werden, daher kommen viele unser Bio-Lebensmittel aus anderen Ländern. Im direkten Vergleich sind hier regionale Bio-Produkte Bezug auf die CO2-Bilanz zunächst besser, da der Ausstoß durch den Transport bei ansonsten gleicher Produktionsweise ausschlaggebend ist.

Regionale Lebensmittel

Für uns war es ziemlich offensichtlich, dass Äpfel und Gemüse aus Übersee eine wesentlich höhere Umweltbelastung mit sich bringen, als Äpfel aus dem Bioladen nebenan. Wenn man nun aber nicht nur den Transport der Lebensmittel in den Bioladen, sondern auch unseren eigenen Einkaufsweg miteinbezieht, kann diese Bilanz kippen. Falls wir unseren Einkauf nämlich nicht mit dem Fahrrad oder zu Fuß machen, sondern stattdessen mit dem Auto, stoßen wir in etwa so viel CO2 aus, wie ein Apfel auf dem Weg von Argentinien nach Deutschland verursacht. Pro Kilometer emittiert ein normaler Mittelklassewagen ungefähr 140 g CO2. Der Grund für diese überraschenden Zahlen liegt darin begründet, dass bei dem Übersee-Transport eine große Menge an Äpfeln befördert werden und somit die CO2 Belastung pro Apfel geringer ausfällt.   Dass bei uns in der Region im Winter weder Erdbeeren noch Kiwis angebaut werden, war uns auch einleuchtend. Jedoch hat sich uns die Frage aufgedrängt, ob es dann nicht zu einem Vitaminmangel kommt, falls wir keine Früchte im Winter mehr essen würden? Wir haben zwar unglaublich großes Glück, dass wir auch im Winter Zugang zu Obst haben. Dieses Glück hatten jedoch erst die letzten zwei Generationen im Zuge der Globalisierung – zuvor hatte man noch keinen Zugang zu bezahlbaren Obst und Gemüse in dem Maße, wie wir es heute haben… und unsere Vorfahren haben schließlich auch die Winter überlebt, oder? Grünkohl, Brokkoli, oder auch Wirsing, die bei uns im Winter angebaut werden, haben einen hohen Anteil an den benötigten Vitaminen und sind damit der ökologischere Nährstofflieferant.

Regional = besser?

Allerdings ist unsere Vorstellung von Regionalität oft nicht ganz zu Ende gedacht und beschränkt sich auf eine Unterscheidung zwischen „aus Deutschland“ oder eben „nicht aus Deutschland“. Die Äpfel aus Tschechien haben jedoch einen kürzeren Weg in den Osten von Deutschland als das Obst aus Niedersachsen. Genauso ist es beim Käse aus Frankreich, der unter Umständen schneller in Baden-Württemberg ist, als der aus Bayern. Das Gute aber gleichzeitig auch Herausfordernde ist, dass wir als Verbraucher durch die bereitgestellten Informationen die Möglichkeit haben, zu entscheiden, was wir kaufen und was nicht.

Pestizide

Ein besonders positiver Punkt für die Produkte aus der Region ist, dass das Obst und Gemüse voll ausgereift ist und durch die kurzen Transportwege auch frisch verkauft wird. Beim regionalen Anbau sollte man jedoch darauf achten, dass bestimmte Lebensmittel mehr mit Pestiziden behandelt werden als andere. Dazu kommt, dass einige Pflanzen die Giftstoffe aus dem Boden vermehrt aufnehmen und dann an uns weitergeben. Besonders viel nehmen beispielsweise Bohnen auf. Dort konnten bis zu 60 unterschiedliche Pestizide gefunden werden. Bei den Äpfeln sieht es nicht viel besser aus, dort betrug die Zahl 36. Vor allem Erdbeeren, Trauben, Paprika, Apfel, Kürbis, Bohnen, Tomaten, Sellerie, Kartoffeln, und Tomaten sind in der konventionellen Landwirtschaft stark belastet. Zu unterscheiden ist jedoch, ob die Pflanzen von außen stark mit Pestiziden belastet sind, wie die Banane, oder aus dem Boden die Pestizide aufnehmen, wie beim Kürbis. Um Pestizide bei der herkömmlichen Landwirtschaft zu vermeiden, ist es am besten, den Landwirt direkt zu fragen. Schälen alleine reicht leider nicht aus, um die Giftstoffe wieder loszuwerden, vor allem enthält die Schale wichtige Vitamine. Gründliches waschen ist sehr wichtig und danach sollte das Obst mit einem Microfasertuch fest abgerieben werden. Hier findet ihr mehr Informationen zu dem Thema.

Bio-Lebensmittel

Der Prozess der Bio-Zertifizierung ist teuer. Oftmals können oder wollen sich insbesondere kleine Betriebe die auch sehr zeitintensive Zertifizierung nicht leisten, auch wenn ihre Produktionsmethoden dem Standard entsprechen würden. Im Umkehrschluss bedeutet das also, dass die Produkte ohne Siegel nicht in allen Fällen weniger gut sind. Außerdem folgen die verschiedenen Siegel auch verschiedenen Maßstäben. Man kann vor allem bei einer Zertifizierung mit dem EU-Bio-Siegel nicht immer davon ausgehen, dass die Sozialstandards und die fairen Arbeitsbedingungen eingehalten worden sind. Wenn wir also regionale Lebensmittel einkaufen, können wir davon ausgehen, dass zumindest die gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten worden sind und die Arbeiter fair entlohnt worden sind.  

Fazit

Bio ist vor allem deshalb sinnvoll, weil bei dem Anbau auf Pestizide und synthetischen Dünger verzichtet werden. Außerdem hat der Tier- und der Naturschutz einen hohen Stellenwert und es wird der Erhalt der Arten gefördert. Wenn man Bio-Lebensmittel kauft, kann davon ausgegangen werden, dass weniger Zusatzstoffe verwendet worden sind, was bedeutet, dass beispielsweise weniger Geschmacksverstärker verwendet worden sind. Wir haben für uns festgestellt, dass der Kauf von regionalen und saisonalen Obst und Gemüse aus vielerlei Gründen sinnvoll ist. Wenn wir dann auch noch mit dem Fahrrad oder zu Fuß in dem Biomarkt unseres Vertrauens die Besorgungen erledigen, sind wir auf der sicheren Seite.   Möchtest du lieber etwas eigenes sähen, kannst du unseren Kalender Tausendsassa, Vergessene Sorten, oder Mein Erster Garten hier in unserem Shop erhalten.   Umwelt, Garten, Umwelttag, Grün, Wasser
Quelle:
https://www.smarticular.net/bio-oder-regional-unterschied-nachhaltiger-konsum/ http://better-life-blog.de/2018/10/14/regional-saisonal-oder-bio/ https://www.muenstermama.de/wann-macht-bio-sinn-bei-welchen-lebensmitteln-wir-warum-auf-bio-setzen-und-wo-regional-saisonal-ausreicht/ https://www.br.de/radio/bayern1/inhalt/experten-tipps/umweltkommissar/bio-lebensmittel-oekologisch-regional-biosiegel100.html https://www.umweltbundesamt.de/daten/land-forstwirtschaft/oekologischer-landbau#textpart-5