Beim Thema Artensterben denken wir doch sofort an die typischen Bilder. Der arme Eisbär, der auf einer kleinen, schmelzenden Eis-Scholle steht. Der süße Orang-Utan, der sich auf den letzten ihm verbleibenden Bäumen festhält, weil wir ihm mit unserem Bedarf an Palmöl den Lebensraum streitig machen. Und irgendwie ist alles so weit weg. Und komplex. Und wir können doch eh nicht viel ändern.

Pusteblume!

Wir haben entschieden, dass es keinen Sinn macht nur über das Verhalten anderer Länder, anderer Menschen oder der Politik zu meckern. Wir wollen konkret etwas dagegen tun. Und im Kleinen etwas verändern. David gegen Goliath oder so. Geht es dir genauso?

Wir haben einige Tipps, was Du konkret tun kannst, um Bio-Diversität zu fördern und etwas gegen das Artensterben zu tun.

  Wir haben einige Tipps, was Du konkret tun kannst, um Bio-Diversität zu fördern, nachhaltiger zu leben und etwas gegen das Artensterben zu tun.  

Altes Saatgut anbauen.

Alte, samenfeste Sorten verschwinden. Stattdessen wird in der konventionellen Landwirtschaft nur noch eine ausgewählte Anzahl an Hybridpflanzen angebaut. Die Hybridpflanzen gleichen sich zwar und sind rentabler, dafür machen sie der Vielfalt einen Strich durch die Rechnung. Welche Samensorten verkauft werden dürfen, ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Es bedeutet Aufwand und Kosten, Sorten nach dem Saatgutverkehrsgesetz zuzulassen. Das begünstigt die großen Saatgutkonzerne und bringt die genetische Vielfalt in Gefahr.

Lass uns deshalb gemeinsam für die Vielfalt kämpfen: für rote Kartoffeln, blaue Bohnen und all die weiteren Schätze. Der Kalender „Vergessene Sorten“ enthält genau solches Saatgut. Im Recycling-Papier verarbeiten wir samenfeste, biozertifizierte Samen.

Durch die Wahl der Blumenerde Arten schützen

Blumenerde enthält oft Torf, für den wertvolle Moore zerstört werden. Dadurch wird der Lebensraum von seltenen Pflanzen- und Tierarten zerstört und große Mengen an Treibhausgasen freigesetzt. Moore bedecken nur drei Prozent der globalen Landfläche, aber speichern 30 Prozent des terrestrischen Kohlenstoffs. Mit dem Abbau von Torf werden riesige Mengen an Treibhausgasen frei gesetzt und beschleunigen den Klimawandel. Wir achten beim Kauf unserer Blumenerde deshalb darauf, dass diese ohne Torf ist, kaufen sie von regionalen Kompostwerken und kompostieren selbst.

Durch deinen Einkauf ein Zeichen setzen.

Dein Einkauf ist wie ein täglicher Stimmzettel für den Erhalt der Bio-Diversität. 98 % der heutigen Biomasse bestehen aus Menschen und den für die Lebensmittelproduktion gezüchteten Tieren, was eine enorme Verdrängung von Wildtieren und Insekten bedeutet. Eine Langzeitstudie zeigt, dass die Biomasse der Fluginsekten und damit oftmals der Bestäuber um 75 Prozent zurückgegangen ist. Bei einem Totalverlust an Bestäubern müsste man Schätzungen zufolge mit Ernteeinbrüchen um bis zu 90 Prozent rechnen. Massentierhaltung, die industrielle Landwirtschaft und mangelnder Lebensraum in den Städten stellen damit eine der Haupt-Ursachen für Artensterben und Lebensraumzerstörung dar. Eine Ernährung mit überwiegend pflanzlichen, biologisch angebauten Lebensmitteln aus deiner Region hat eine enorme Auswirkung auf den Erhalt von Bio-Diversität.

An alle Gartenbesitzer: Einfach mal faul sein

Wenig gießen, kein Düngen und nur ein bis zwei Mal im Jahr den Rasen mähen. Brachflächen werden bei uns immer weniger und so finden Wildbienenarten nur selten Nistmöglichkeiten. Sie nisten im Boden und sammeln Pflanzen, die auf dem kargen Boden wachsen. Also einfach in die Hängematte legen und zur Belohnung Schmetterlinge und Bienen beim Fleißig sein beobachten. Und keine Angst vor Bienenstichen – Wildbienen müssen keinen Stock verteidigen und sind deshalb nicht aggressiv. Ihr kleiner Stachel kann außerdem kaum die Haut des Menschen durchdringen.

Du möchtest klein starten und altes Saatgut pflanzen? Dann kannst du unseren Kalender "Vergessene Sorten" hier im Shop erhalten. Für Fragen und Anregungen kannst du uns gerne auf Facebook und Instagram eine Nachricht schreiben.

Quellen:

https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/naturschutz/moorschutz/torffreies_g__rtnern_prezi_final.pdf  http://www.cowspiracy.com/facts/ https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22683.html https://www.zerowastefamilie.de/Was-kann-man-f.ue.r-die-Artenvielfalt-tun-f-.htm)